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Fake News: Wie können wir Falschinformationen im Gesundheitswesen bekämpfen?

August 27, 2026

Autorin: Aurélia Adloff, Account Supervisor (FINN Frankreich)
Übersetzt von: Bibiana Müller Berdonés, Account Executive (FINN Deutschland)

Von Social-Media-Beiträgen und irreführenden Schlagzeilen bis hin zu viralen, teilweise gefährlichen „Gesundheitstrends“ sind Falschinformationen zu einer zunehmend komplexen Herausforderung für den Gesundheitssektor geworden.

Für Patient*innen können die Folgen gravierend sein. Für Einrichtungen, Pharmaunternehmen und andere Akteure im Gesundheitswesen können Fehlinformationen zudem die Glaubwürdigkeit untergraben, den Ruf schädigen und eines ihrer wertvollsten Güter beeinträchtigen: das Vertrauen der Patient*innen.

Warum Falschinformationen im Gesundheitswesen so schwer zu bekämpfen sind

Die digitale Welt hat grundlegend verändert, wie Menschen auf Gesundheitsinformationen zugreifen. Wer sich wegen eines gesundheitlichen Problems Sorgen macht, kann innerhalb weniger Sekunden Hunderte unterschiedliche Antworten im Internet finden. Doch nicht alle davon sind korrekt, wissenschaftlich fundiert oder im richtigen Kontext dargestellt.

Falschinformationen in den sozialen Medien sind besonders herausfordernd, da sich irreführende „Clickbait“-Inhalte schneller verbreiten können als wissenschaftlich fundierte Informationen. Emotionale oder reißerische Behauptungen ziehen häufig mehr Aufmerksamkeit auf sich als differenzierte wissenschaftliche Erklärungen.

Künstliche Intelligenz fügt dieser Herausforderung eine weitere Dimension hinzu. Patient*innen greifen zunehmend auf KI-Tools zurück, um Antworten auf Gesundheitsfragen zu erhalten – teilweise anstelle einer Beratung durch qualifizierte medizinische Fachkräfte.

Viele Patient*innen verlassen sich ungeprüft auf die Antworten der KI. KI-Tools können Menschen zwar dabei unterstützen, komplexe Informationen besser zu verstehen, sie ersetzen jedoch weder eine medizinische Diagnose noch eine individuelle Beratung durch eine medizinische Fachkraft. Deshalb ist es essenziell, diese Unterscheidung klar zu vermitteln.

Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle

Gesundheitseinrichtungen können nicht abwarten und hoffen, dass Falschinformation von selbst wieder verschwinden. Sie müssen darauf vorbereitet sein, diese zu erkennen, zu bewerten und darauf zu reagieren, ohne falschen Behauptungen dabei unbeabsichtigt noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Hier können Kommunikationsexpert*innen einen wichtigen Beitrag leisten. Eine wirksame Kommunikationsstrategie zur Stärkung des Patientenvertrauens sollte mehrere Elemente miteinander verbinden:

  • Zuhören und beobachten: Aufkommende Narrative, Fragen und irreführende Behauptungen in sozialen Medien, auf Online-Plattformen und in den klassischen Medien frühzeitig erkennen.
  • Mit Fakten reagieren: Klare, verständliche und wissenschaftlich fundierte Informationen bereitstellen, die auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind.
  • Vertrauenswürdige Stimmen fördern: Medizinische Fachkräfte, Patientenorganisationen und glaubwürdige Expert*innen können dazu beitragen, korrekte Informationen verständlicher, greifbarer und vertrauenswürdiger zu vermitteln.
  • Vor einer Krise vorbereitet sein: Klare Prozesse etablieren, Grundsätze für die Kommunikation festlegen und Sprecher*innen frühzeitig auf den Umgang mit Medien vorbereiten, bevor Desinformation zu einem Reputationsrisiko wird.
  • Mit Empathie kommunizieren: Bei der Korrektur falscher Informationen geht es nicht nur darum, Fakten zu vermitteln. Die Sorgen und Anliegen von Patient*innen zu verstehen und auf Wertungen oder Vorwürfe zu verzichten, ist dabei ebenso wichtig.

Von reaktiver Kommunikation zum proaktiven Vertrauensaufbau

Die Rolle von PR bei der Bekämpfung von Falschinformationen ist entscheidend und geht weit über die Krisenreaktion hinaus. Proaktive Kommunikation ist unerlässlich, denn sie kann dazu beitragen, vertrauenswürdige Informationsquellen zu etablieren, bevor eine Krise entsteht.

Für Gesundheitseinrichtungen sollte es nicht darum gehen, jede Diskussion im Internet zu gewinnen, sondern ein Umfeld zu schaffen, in dem Patient*innen wissen, wo sie verlässliche Informationen finden, welchen Quellen sie vertrauen können und wann sie professionellen medizinischen Rat einholen sollten.

In einer zunehmend umfangreichen und komplexen Informationslandschaft geht es bei der Bekämpfung von Falschinformationen letztlich um mehr als die Korrektur falscher Behauptungen. Es geht darum, Vertrauen zu schützen und dafür zu sorgen, dass glaubwürdige und wissenschaftlich fundierte Gesundheitsinformationen leichter zu finden, zu verstehen und in die Tat umzusetzen sind.

FINN Partners unterstützt Organisationen aus den Bereichen Patientenvertretung, Gesundheitspolitik, Gesundheitsversorgung und Produktinnovation mit Marken- und Corporate-PR-Kampagnen. Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit im Gesundheitsbereich.